Alltags-Yoga-Die-pulsierende-Kugel-Vertrauen
Bewusstsein,  Ganz persönlich,  Gespräche mit Josephine

Die pulsierende Kugel

Ich weiß nicht, was sich in solchen Momentan ändert!

„Doch, du weißt es…du bemerkst es nur (noch) nicht. Deine Energie verändert sich und etwas in dir verhärtet sich, etwas in dir bekommt Angst, etwas in dir will verschwinden, etwas in dir fühlt sich hilflos uns ausgeliefert.“

Aber warum?

„Weil sich etwas in dir unfair behandelt fühlt und du nicht weiß, wie du reagieren sollst. Ein Teil von dir möchte böse werden und ein Teil von dir will liebevoll darüber hinwegblicken. Diese beiden Teile kämpfen und das Ergebnis ist eine diffuse Masse, die von Außenstehende nicht mehr wirklich wahrgenommen werden kann oder falsch interpretiert wird.

Du bedeckst dich selbst und deine Kraft und Macht mit Unsicherheit, aus dem Glauben heraus, andere dadurch zu beschützen. Du möchtest nichts „Falsches“ sagen, aus Angst, andere zu verletzen und genau das trennt dich am Ende von dir selbst.

Du erlebst diese Trennung und das wiederum macht dich traurig und wütend – auf dich selbst und auf das Außen. Manchmal schreit ein Teil in dir und du lässt ihn nicht raus. Höre endlich auf, dich ständig und in allem zu kontrollieren. Höre auf, anderen gefallen zu wollen und fange endlich an, deiner Intuition zu vertrauen, deiner inneren Kraft und deinem Sein.“

Aber warum fühle ich mich bei den Worten von mir sehr nahestsehenden Menschen immer so schnell so tief getroffen?

„Die Antwort liegt ganz in dir. Schließe die Augen…stelle dir noch einmal kurz einen dieser Momente vor…wo bist du, was fühlst du? Was passiert? Kannst du dieses kleinen Punkt in dir spüren, der sich zunächst im Brustraum breitmacht und dann immer weiter ausdehnt, der beginnt zu pulsieren und dir die Luft zum Atmen zu nehmen scheint? Der sich dann weiter in deinen Kopf ausbreitet und deine Sicherheit und Kraft klein und unscheinbar werden lässt? Du kannst mit diesem Teil Kontakt aufnehmen. Versuche es mal.“

Ich fokussiere mich ganz auf den Teil, der sich als Kugel in meiner Brust bemerkbar macht. Ich kann ihn fühlen und spüre, wie er sich in Größe und Form stetig verändert. Ich beobachte ihn…es scheint, als würde er spielen. Ist ihm langweilig?

„Hey Kugel, was machst du hier?“

„Ich schaukle, das siehst du doch. Störe mich bitte nicht.“

„Ich würde aber gerne einmal mit dir reden und verstehen, warum du hier bist.“

„Du würdest gerne und verstehen? Ja, das ist Futter für mich.“ Und ich konnte sehen, wie die Kugel wieder ein Stückchen größer wurde und sich weiter ausbreitete.

„Stopp! Was tust du?“

„Ich breite mich immer dann aus, wenn du mich fütterst. Und das tust du seit vielen Jahren sehr gut.“ Die Kugel blickte zu mir und ich hatte das Gefühl, dass mich traurige Augen flehend anschauten.

„Willst du das denn nicht?“

„Ich? Nein…ich gehöre doch gar nicht hierher.“ Die Kugel fing ein wenig an zu weinen.

„Ich wurde vor vielen Jahren bei dir abgesetzt und seitdem nie wieder abgeholt. Über die Jahre bin ich zu einem festen Bestandteil geworden und es ging mir wirklich immer sehr gut bei dir. Aber ich gehöre nicht hierher, ich gehöre nicht zu dir.“

Verblüfft schaute ich die Kugel an und versuchte zu verstehen, was sie mir da gerade sagte.

„Siehst du, schon wieder. Du willst immer alles verstehen.“

„Aber das verstehe ich….“ „Schon wieder.“

Mir lief ein eiskalter Schauer über den Rücken und langsam machte sich in mir ein Gefühl breit, welches über Verstand und Logik hinausging. Ich wollte in meinem Leben immer alles verstehen und will es bis heute. Ich halte mich an Regeln und befolge Anweisungen bis auf den Punkt. Dabei vergesse ich meine eigene Intuition und mein eigenes Sein. Über viele Jahre habe ich Struktur und Logik als Sicherheit verwendet, die mich beschützt und einen Rahmen zum Überleben gegeben haben. Diese Schutzmauer ist seit einiger Zeit überflüssig geworden und die zerfällt. Aus diesem Grund gibt es immer öfter diese diffusen Momente, die mich und dadurch auch meine Außenwelt aus der Balance und dem inneren Gleichgewicht bringen.

Gerade Menschen, die uns sehr nahe stehen, sind dafür sehr empfänglich. Wir sind gewissermaßen mit ihnen verbunden und sie spüren wie kaum ein anderer, dass ich in manchen Momenten nicht die Person bin, die ich eigentlich sein möchte.

Sind ihre Äußerungen zu harsch? Ich weiß es nicht, vielleicht ja, vielleicht nein. Aber ist das am Ende wichtig? Sie transportieren mir etwas, egal mit welchem Ausdruck und das gilt es für mich zu erkennen und für mich anzunehmen. Ihre Äußerungen stoßen auf meine Kugel und das Echo ist um vieles lauter, harscher und härter, als es ohne wäre.

Ich fange an, die Zeichen immer besser annehmen und vor allem fühlen und wahrnehmen zu können.

Josi, ich habe manchmal Angst.

„Ja, das weiß ich und es ist in Ordnung. Angst du haben ist zunächst neutral, viel wichtiger ist, was du darauf machst. Lässt du die Angst gewinnen oder deine Intuition und den Glauben daran, dass du geleitet wirst, durch mich und noch viel mehr durch mich. Vergiss die Zeit, fang an immer mehr auf dich zu hören und dir zu vertrauen. Werde dir deiner Kraft bewusst und auch deiner Verantwortung dir selbst gegenüber. Probiere dich aus, halte inne wenn du die Kugel spürst und fange an, an dich selbst zu denken!“

Bildnachweis: Freepik -3336317

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.